Alimente und Regelbedarf

 

Zur Berechnung des Unterhalts für Kinder wird neben der Prozentsatzmethode oft der Regelbedarf  als Berechnungsgrundlage herangezogen.

Es handelt sich dabei um einen Durchschnittsbedarf einer Durchschnittsfamilie, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern, für die ein auf Grund von Statistiken ermittelter Geldverbrauch errechnet wird.

Unter dem Regelbedarf versteht man also jenen Betrag, den jedes Kind - abgestuft nach seinem Alter - ohne Rücksicht auf die konkreten Lebensverhältnisse benötigt, um einer Durchschnittsfamilie zu entsprechen.

Der Regelbedarf ist daher zu unterscheiden vom Sonderbedarf, welchen ein Kind für bestimmte, besondere Aufwendungen zusätzlich zum laufenden Unterhalt begehren kann. Der Regelbedarf hingegen ist eine Rechengröße für den laufenden "normalen" Unterhalt.

Der Regelbedarf stellt aber auch keinen Mindestunterhalt dar. Wenn der Unterhaltspflichtige den Betrag nicht leisten kann, hat das Kind einen entsprechend geringeren Unterhaltsanspruch. Unsere Rechtsordnung kennt keinen Mindestunterhalt eines Kindes.

Der Regelbedarf bildet aber den Ansatzpunkt für den Unterhaltsstopp ("Playboygrenze"). Die Prozentsatzmethode soll bei sehr einkommensstarken  Unterhaltspflichtigen nicht zu einer übermäßigen Alimentierung führen.

Die Playboygrenze bedeutet, dass trotz eines höheren Einkommens ein höherer Unterhalt für das Kind nicht mehr festgelegt wird. Es gibt im Gesetz keine starre Grenze der Unterhaltshöhe. In der Rechtsprechung der Gerichte hat sich aber ein Betrag in Höhe des 2 - 2,5 fachen des Regelbedarfes gefestigt. In Einzelfällen kann es aber auch zu einem höheren Unterhaltszuspruch kommen, wenn besondere Gründe vorliegen.

 

Regelbedarf (Quelle: Arge Jugendwohlfahrt)

nach Danninger (in ÖA 1972, 17), berechnet vom LGZ Wien

Ab 01.01.2023 wird der Regelbedarf immer Jänner - Dezember gelten.

 

Jahre ab 00 Jahren ab 03 Jahre n ab 06 Jahren ab 10 Jahren ab 15 Jahren ab 20 Jahren
2023 € 320 € 320 € 410 € 500 € 630 € 720